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Tiefe Bauchmuskelschicht. Wird durch Klänge aktiviert. So zum Beispiel bei einem langezogenen ‚Haaaaaaaa‘ bei der Ausatmung.

Atmung

Atmung und Bewegung
Beim Sotaiho wird davon ausgegangen, dass alle Bewegungen in Verbindung mit der Körpermitte stehen. Wenn die Bewegung der Körperenden – Hände, Füße oder Kopf – nicht mehr mit denen des Beckengürtels übereinstimmen, treten im Bewegungsorgan Schmerzen auf. Wir beobachten häufig, dass Betroffene mit Rücken- oder Knieschmerzen ihr Körpergewicht nicht mehr über den Fußballen, sondern nur über die Außenseite des Fußes oder gar über die Ferse verlagern.

Ist die Gangspur normalerweise schmal wird sie in einem solchen Fall eher breit und der Gang wird instabil. Der Schwerpunkt wird beim Gehen nicht mehr in der Mitte gehalten, sondern wird abrupt von Standbein zu Standbein verlagert. Dadurch kann es zu akuten Schmerzzuständen oder zu chronischen Nacken- oder Rückenbeschwerden kommen.

In all diesen Fällen ist die Atmung des Betroffenen gestört. Damit verbunden ist eine Spannungsdysbalance der tiefen Muskelstrukturen, wie beispielsweise des m. transversus abdominis, der eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Faszienspannung im Rumpf spielt.

Deshalb nimmt die Atmung beim Sotaiho eine ganz zentrale Rolle ein. Während der Techniken wird der Patient dazu angehalten auszuatmen.
Beim Ausatmen dreht das Steißbein einwärts, die Spannung der Bauchmuskulatur nimmt zu. Die Kraft kann im Unterbauch/ Hüftgürtel zentriert werden (Hayashi, 1999).

Am Ende der Ausatemphase soll der Patient einen Moment lang inne halten. Ich vermute dass in dieser Atempause die Menge des zerebrospinalen Liquors bis zu einem Maximalwert zunimmt.
Die zentralen Membranen stehen dann unter Spannung, sodass Schwingungen, z.B. induziert durch eine plötzliche Entspannung, in diesem Moment besser übertragen werden. Ich vermute, dass diese Schwingungen die Durchlässigkeit des zerebrospinalen Systems fördern und Stagnationen im Strömungsfluss auflösen.

Die Rolle des Beckenbodens
In den japanischen Kampfkünsten – dem Budo – gibt es eine wichtige Erkenntnis: Wenn der Verteidiger im Moment des Angriffs einatmet, ist seine Basis geschwächt und er ist leichter zu verletzen. Atmet er jedoch im Moment der Attacke aus, ist seine Wirbelsäule geschützt und kann nicht so leicht verletzt werden.

Abb. aus: Bewegingsleer, deel III: de romp; Kapandji; BSL; Houten; 1995.   Mit freundlicher Genehmigung von Bohn Stafleu Van Loghum – www.bsl.nl

Im Bild sehen Sie das Becken. In der Abbildung sieht man, wie der Oberrand des Kreuzbeins durch die Last des Körpers nach vorne gleitet.

Anatomisch sieht der Beckenboden aus wie eine liegende Acht, wie zwei Kreise, die die Körperöffnungen umschließen und die sich, einem Lemniskat ähnlich, abwechselnd auf und abbewegen.

Zeichner: Heiko Schulze
Es ist die Spannung im Beckenboden, die dem Gewicht des Körpers, der auf dem Becken ruht, entgegenwirkt.
Er ist wie ein Stoßdämpfer, der dafür sorgt, dass das zwischen den Beckenschaufeln liegende Kreuzbein nicht eingekeilt wird, sondern elastisch aufgehängt bleibt.

Die Atmung ist also mehr als nur der Austausch von Gasen. Wie wir oben gesehen haben ist die Atmung an sich bereits eine Bewegung. Durch sie wird die Spannung im Beckenboden reguliert. Sie ist der Schlüssel für die Entwicklung einer kräftigen Körpermitte.
Es ist aber nicht das oberflächliche Atmen gemeint! Die Atemzüge sollten schon zu Ende geführt werden, denn dann entsteht das Einatmen, nach dem Ausatmen, von selbst.

Kumbhaka
Zwischen den einzelnen Atemphasen gibt es Pausen. Im Yoga werden diese Momente Kumbhaka genannt. Die Ausatmung wurde oben bereits besprochen. Während des Einatmens nimmt die Menge des Liquors ab, die zentralen Membranen verlieren an Spannung. Die Wirbelsäule ist jetzt verletzlich. In der Pausenphase (dem Kumbhaka nach dem Einatmen) danach nimmt das Bauchfell aber an Spannung zu. Die viszeralen Membranen kommen jetzt unter Spannung zu stehen.