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Im Sotai wird am Ende einer Ausatemperiode aufgebaute Spannung plötzlich losgelassen. Dies führt zu einer lokalen Erschütterung, die die inneren Faszien ergreift und den gesamten Körper durchzieht

Sotai

Sotaiho ist ein modernes körpertherapeutisches System, entwickelt von dem japanischen Arzt Dr. Keizo Hashimoto. Zentral steht der Gedanke, durch Betonung der angenehmen Bewegungsrichtung den Körper wieder positiv wahrzunehmen.
Sotaiho ist auch eine manualmedizinische Methode, die Dr. Hashimoto aus traditionellen orientalischen Heilkünsten entwickelt hat.Indem es Spannungs- und Haltemuster entwirrt, ist es eine Methode zur neuromuskulären Neustrukturierung im Körper.

Abb. aus: Sotai Natural Exercise; Keizo Hashimoto; GOMF; Oroville; 1981; gomf@earthlink.net

Geschichte
Als Dr. Hashimoto mit seiner praktischen Tätigkeit als Arzt begann, musste er feststellen, dass die erlernten Methoden zum Teil nur unzufriedenstellende Resultate brachten. Besonders Schulter-/ Nackenverspannungen und Lendenbeschwerden entzogen sich seinem Können.Eines Tages bemerkte er bei einigen Patienten eine Besserung, nachdem sie bei einem Akupunkteur oder einem Manualtherapeuten in Behandlung waren. So begann er jeden seiner Patienten auf ihren Körperbau hin zu untersuchen und erkannte, dass die von Michio Takahashi in den 1920er Jahren entdeckte Methode der Rückwärtsbewegungen gute Resultate erzielte.

Die Konstruktion des Körpers
Dr. Hashimoto erkannte, dass sich der Organismus immer als Einheit bewegt und formulierte daraus „das Gesetz der Wechselwirkung“ („Doji-sokan-sohosei“).

Abb. aus: Sotai Natural Exercise; Keizo Hashimoto; GOMF; Oroville; 1981; gomf@earthlink.net

Die Konstruktion des menschlichen Körpers ähnelt im Prinzip dem eines Hauses. Die vier Grundpfeiler entsprechen unseren Armen und Beinen, der First entspricht der Wirbelsäule. Wenn die Balance einer dieser Pfeiler empfindlich gestört wird, macht sich das als eine Funktionsstörung im Rückgrat bemerkbar.

Grundsätzlich gibt es kaum Menschen, bei denen die Beweglichkeit der Wirbelsäule nicht eingeschränkt wäre. Funktionsstörungen in der Wirbelsäule finden ihren Ursprung überwiegend in einem Links-Rechts-Ungleichgewicht.

Das hat zum einen damit zu tun, dass wir uns bereits seit frühester Kindheit Bewegungsgewohnheiten aneignen, die sich schließlich durch das gesamte Leben hindurchziehen; zum anderen bewirken verspannte Organe reflektorisch ein Ungleichgewicht in der Rumpfmuskulatur.

Fogende Gesetzmäßigkeit lässt sich hieraus ableiten: Wenn ein Teil einer Kette in seiner Funktion beeinträchtigt ist, ist die gesamte Bewegungskette beeinträchtigt!
Will man nachhaltige Besserung eines Symptoms erreichen, muss die Wurzel – der außer Balance geratene Grundpfeiler – behandelt werden.

Ohne Schmerzen zurück zur Mitte
Dr. Hashimoto entwickelte sein Sotaiho in den 30er Jahren des vorherigen Jahrhunderts. Mit dieser einfachen Methode gelingt es dem Betroffenen ohne Schmerz die Beweglichkeit der Wirbelsäule wiederherzustellen.

Durch gezielte Bewegungen, die ausschließlich in die angenehme Richtung gehen, gekoppelt an eine spezielle Atemtechnik werden Verspannungen nachhaltig gelöst. Dr. Hashimoto nannte dieses Prinzip auch Behandlung durch Umkehrbewegungen; später wurde es die Technnik der plötzlichen Entspannung genannt. Schließlich etablierte sich der Begriff Sotai, eine Umkehrung des Begriffes Taiso – Gymnastik.

Sotai kann man in Partnerarbeit ausüben, dann ist es eine Behandlungsform und heißt Sotaiho. Selbständig – zum Beispiel in der Gruppe – nenne ich es Körperentwicklung (Selbst-Sotai).

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Technik

Funktion und Struktur
Es gibt verschiedene Behandlungskonzepte, die entweder die Funktion des Bewegungsorgans verbessern möchten oder aber die Struktur zu verändern suchen. Beim Sotaiho streben wir danach beides zu verbinden. Der Ansatz hier ist, dass sowohl Funktion als auch Struktur zueinander gehören. Nach den Gesetzen von Wolf und Meier ist das nicht neu! Verändere ich die Funktion, dann verändert sich das Gewebe. Das heißt, normalisiere ich die Funktion, heilt das Gewebe.

Behandlungsprinzip
Sotaiho ist ein Behandlungssystem, bei dem die Mitarbeit des Betroffenen gefordert ist. Ein Betroffener spürt häufig seinen Körper nicht mehr richtig. Die Wahrnehmung ist fast immer auf die Schmerzquelle fokussiert.
Gerade bei chronisch Betroffenen dürfte die Eigenwahrnehmung des Körpers zuungunsten der Schmerzquelle stark nachgelassen haben.

Sotaiho bietet dem Betroffenen die Möglichkeit die Eigenwahrnehmung zu schulen und den Körper zu sensibilisieren, um minimale Bewegungsgewohnheiten zu entdecken.

Durch die ständige Interaktion wird die direkte Mitarbeit gefordert. Er wird in seiner Eigenverantwortlichkeit gefragt, muss selbstständig entscheiden, welche Bewegung gut tut, welche nicht. Auf diese Art wächst ein neues Körperbewusstsein.

Bewegungskette
Die Ursache für die Störung des Grundpfeilers liegt oftmals an ständigem Wiederholen eines habituierten Bewegungsmusters. Wenn eine Bewegung einmal „falsch“ ausgeführt wird kann der Körper das leicht kompensieren. Zehntausendmaliges Wiederholen des Musters hat schon ärgere Konsequenzen. Über Jahre hinweg eingeschlichene Muster können schließlich den Pfeiler zum Kollabieren bringen und das System empfindlich stören.

Beim Menschen ist das Gewicht normalerweise über den Großzehballen verlagert. Ich vermute, dass der Körper sich von hier durch die Stellreaktionen aufrichtet (Hogeschool Arnhem en Nijmegen, 1999). Die Kraft kann sich im Unterbauch sammeln (Hayashi, 1999), das Becken – als Basis der Wirbelsäule – ist nach vorne gekippt: so ist der Urzustand.
Doch wird der Mensch müde, verlagert er das Gewicht mehr nach außen, in Richtung Kleinzehe. Die Folge ist, dass die Kraft nicht mehr im Unterbauch zentriert werden kann!

Die Wirbelsäule muss jetzt auf kompensatorischen Weg aufrecht gehalten werden. Es entstehen Spannungsmuster, die sich zuerst auf die Stellung des Kreuzbeins auswirken. Abhängig von unserem Bewegungscharakter, bei dem dann mehr das rechte oder das linke Bein belastet wird, entsteht eine Beckenverdrehung mit Seitverkrümmung der Wirbelsäule.

Arbeitsweise
Der Behandler zwingt den Betroffenen niemals zu einer schmerzhaften Bewegung! Immer werden angenehme Bewegungen verstärkt.
Ist beispielsweise die Hüftdrehung nach links leichter, dann wird der Betroffene aufgefordert, sich zu dieser Seite zu drehen.

Während der Bewegung atmet der Betroffene aus. Zuletzt wird ein kurzer Haltewiderstand aufgebaut. Nach einigen Sekunden hält der Betroffene einen Moment lang inne und lässt die Spannung plötzlich los, so, dass eine kleine Erschütterung entsteht. Diese Welle verursacht lokale Stellreaktionen, der „strain“ im Muskel wird gelöst und die Muskelproteine neu ausgerichtet.

Da das Becken Zentrum des Bewegungsapparates ist, setzt die Grundbehandlung hier an. Ziel ist, die Bewegung der Körperenden in Einklang mit denen des Beckengürtels zu bringen.
Mit anderen Worten, alle Handlungen, die am Becken ansetzen haben einen hohen Wirkungsgrad.

Übung A „Initiierung der Stellreaktion“
Der Betroffene liegt entspannt auf dem Rücken, die Hände auf der Brust.
Füße aufstellen und Knie locker zusammenlegen.


Kniekehlentest zur Bestimmung der Behandlungsseite

Untersuchung
Die Behandlung setzt auf der Seite an, auf der Schmerzen provoziert werden können.

Behandlungstechnik

Behandlungstechnik
Von dieser Seite dann den Vorderfuß anheben (wenn beide Seiten verspannt sind beide Vorderfüße anheben) und den Schwerpunkt sanft in die Ferse verlagern.

Technik
Der Betroffene wird aufgefordert seinen Vorderfuß anzuheben und sein Gewicht in Richtung Ferse zu verlagern.
Nach 3 – 5 Sek. entspannen und eine Entspannungsphase anschließen.
Übung 3 – 4 mal durchführen.